Ribbons

Ein Journal von C.J. Cherryh Lesern für C.J. Cherryh Leser
Viele Science-fiction Fanzines haben Berichte von Conventions oder Messen. Sie berichten von den Erlebnissen eines Besuchers. Es gibt so viele verschiedene Berichte, wie es Convention-Besucher gibt, und dieser hier befasst sich mit einem Autor.
Silicon '90 Convention Report
von Bret Grandrath
Interrogation

Die Silicon '90 fand vom 23-25 November 1990 in San Francisco, Kalifornien, statt, mit C.J. Cherryh als Ehrengast. Dieser Bericht sollte vermutlich mit "Wie ich das Thanksgiving Wochenende verbrachte" oder "Mein Nachmittag mit C.J." untertitelte sein. Dies ist kein Bericht über die gesamte Convention, da ich kein Convention-Gänger bin. Ich kam nur um C.J. und ihren Bruder, David Cherry, zu sehen und damit sie ein paar Bücher signieren. Ich erreichte das und vieles mehr.

Aus dem Programm wusste ich, dass C.J. bis 7 Uhr diesen Abends für keine weiteren Diskussionen geplant war, ich hatte einige Bücher bei mir, die ich gerne signiert haben wollte. Als die Diskussion beendet wurde, blieb ich in der Gegend, in der Hoffnung auf ein Gespräch mit C.J. und damit sie meine Bücher signiert. Einige andere Fans hatten Bücher bei sich und einer fragte C.J., ob es sie stören würde ein paar zu signieren. C.J. schaute sich um und schlug vor einen Ort zu finden, an dem wir uns hinsetzen und entspannen könnten, so dass sie die Bücher aller signieren kann. Wir stimmten alle zu und sechs oder sieben Leute folgten ihr hinaus in die Lobby. C.J. setzte sich hin und signiert jedes Buch, das man ihr gab und beantwortete jede Frage. Einige Leute hatten nur ein oder zwei Bücher, aber zwei hatten ungefähr zwanzig pro Person. C.J. saß für mindestens ein Stunde da und beklagte sich nicht ein Mal oder schien, als ob sie nicht gestört werden wollte.

Einer von den beiden mit den vielen Büchern fragte C.J., ob es ihr etwas ausmacht, so viele Bücher auf einmal vorgesetzt zu bekommen. Sie antwortete, dass sie derzeit nirgendwo anders hin müsste und wenn ihre Fans ihre Bücher kaufen, dann ist das Wenigste was sie tun kann, sie zu signieren.

Viele von uns, die C.J. in die Lobby gefolgt waren, blieben, während jeder von uns seine Bücher signiert bekam. Ich blieb auch nachdem meine Bücher signiert waren, nur um zu zuhören, wie C.J. mit ihren Fans sprach. Während C.J. sich mehr und mehr entspannte und erzählte, kam jemand vom Convention Komitee und sagt ihr, dass sie eine offizielle Signierstunde abhalten würden, wenn es ihr recht ist. Sie sah uns und all die signierten Bücher an und sagte sie würde es gern tun für jeden der noch ein Autogramm braucht.

Als C.J. zum offiziellen Buchsignieren ging, entschied ich zu Mittag zu essen, überglücklich etwas Zeit mit ihr verbracht zu haben.

Die nächste Diskussion, die ich besuchte, war "Frage nicht was deine World Con ... " abgehalten vom Komitee der ConFrancisco von '93. Viele große Pläne und Enthusiasmus, ihn ein paar Jahren werden wir sehen was davon bleibt. Später fragte ich C.J., ob sie zur World Convention in San Francisco kommen würde und sie sagte, dass sie versucht zu allen World Conventions in Amerika zu gehen und sie vermutlich auch zu dieser kommen würde. Ich sagte ihr, sie solle einen weiteren Hugo Gewinner dafür schreiben, sie lächelte nur.

Die letzte Diskussion am Samstag war "Arbeiten mit Sternensystemen" mit C.J., Jane Fancher und zwei Astronomie-Fans. Sie sprachen über eine Breite an Themen, angefangen bei komplexen astronomischen Fakten, von welchen ich kein Wort verstand. Ich war erstaunt wieviel C.J. über Astronomie weiß. Dies muss der Grund sein warum die Wissenschaft in ihre Science Fiction die Geschichten so glaubhaft erscheinen lässt. Wenn sie über ihre Geschichten spricht, kann man sehen, dass sie weiß welche Effekte ein SAL Antrieb, Kontakt mit Außerirdischen oder interstellarer Krieg auf die Menschheit haben wird.

Poul Anderson saß im Publikum und als die Diskussion auf die Frage, was zwischen Sternensystemen gehandelt werden würde, kam, fingen er und C.J. eine Debatte an. C.J. meinte, dass es einen Bedarf für originale Bilder, Ersteditionen von Büchern und Gewürzen von der Erde geben würde, während die Menschheit das Sonnensystem verläßt. Poul Anderson dachte anders. Seiner Meinung nach wären notwendig Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Geräte realistischere Handelsgüter.

Die Standpunkte beider Autoren gaben uns Einsicht in ihre Visionen der Zukunft und wieviel Mühe und Überlegung sie in ihre Werke stecken. Ein anderes Thema war, ob wir als Menschen einen Planeten brauchen oder ob wir auch an Bord von Stationen und Schiffen im Weltraum funktionieren können. Dies scheint eine alte und andauernde Debatte zwischen C.J. und Jane zu sein. C.J. meinte, dass Menschen menschliche Reaktionen hätten egal wo sie leben, während Jane meinte, dass Leute physiologisch und psychologisch festen Boden unter den Füßen brauchen.

Nach Ende der Diskussion unterhielt ich mich eine Weile mit Jane. Ich erzählte ihr wie ich mit ihr einer Meinung war und mich noch nicht einmal um Geschichten scherte, die auf Raumstationen spielten, aber nachdem ich Downbelow Station (Pells Stern, Anm.d.Ü) gelesen hatte, war ich zu dem Glauben konvertiert, dass Autoren, die keine Raumstationen verwendeten, ihrem Hintergrund nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hatten. Wir unterhielten uns darüber, wie C.J. das Leben im All so lebendig macht. Ich erzählte Jane, dass ich ihr nächste Buch kaufen würde auch wenn ich mit ihr wegen des Stationslebens nicht einig bin. Ich empfahl ihr sogar Angel Station von Walter Jon Williams, da es ein großartiges Buch ist, mehr in Richtung C.J.s Sichtweise als ihre. In Angel Station nennen die Raumfahrer jeden Planeten den sie umkreisen "Mudville" (Schlammdorf, Anm.d.Ü)

Sonntag Morgen, C.J.s einziger geplanter Punkt auf der Tagesordnung war eine Lesung. Ich dachte es wäre übervoll bei einer Lesung des Convention Ehrengastes, aber als C.J. anfing zu lesen, waren nur zwanzig Leute im Publikum. Ich war erstaunt wie wenig Personen da waren, aber C.J. redete und las, als wäre es ein volles Haus. Sie erzählte etwas zum Hintergrund von Heavy Time (Schwerkraftzeit, Anm.d.Ü) und las dann die ersten Kapitel.

Als sie fertig war mit Lesen, hatten wir den Raum noch für einige Minuten und so wollte sie wissen, ob wir Fragen hätten. Da ich immer Fragen zu ihren Büchern und ihren Beziehungen zu einander habe, fragte ich, wer während Heavy Time das Kommando über die Erd-Kompanie Flotte hatte. Sie sagte, die Erde hatte die Kontrolle, die Flotte war noch nicht auf sich allein gestellt. Ein paar andere stellten ihre Fragen, und da ich nicht wusste, ob ich noch einmal die Gelegenheit hätte mit ihr zu sprechen, befragt ich sie zu ihrem Gebrauch von Haupt- und Gegentagschicht. Sie erklärte, sie hätten gestaffelte Anfangszeiten für jede Schicht.

Während die Leute ihre Fragen stellten, lief unsere Zeit ab. Ein paar Personen gingen sich Autogramme holen, als sich das Ganze auflöste, aber ich ging zu Jane und unterhielt mich kurze Zeit mit ihr über ihr nächstes Buch.

Ich ging zum Händlerraum und kaufte meinen Kindern Shirts und Bücher. Ich räumte mein Zimmer auf, meldete mich im Hotel ab und lud alles in mein Auto. Ich war fertig zum Abfahren, aber ich dachte mir, ich sollte nochmal zu David Cherry gehen und mir sein Artbook signieren lassen. Als ich durch das Hotel ging, sah ich Jane im Händlerraum und ging um sie zu fragen, ob sie wüsste wo David ist. Auf meinem Weg zu ihr, hielt ich Ausschau nach Angel Station, um es ihr zu geben, aber keiner der Händler hatte eine Ausgabe. Ich ging zu ihr und erzählte ihr, dass ich nach dem Buch gesucht hatte, um sie zu bestechen mir bei der Suche nach David Cherry zu helfen. Sie sagte sie würde mir helfen, da sie ihn sowieso zum Gewinn als bester Aussteller gratulieren wolle.

Wir gingen runter zum "Spektakel der Künstler" in der Halle und Jane ging auf einen Mann zu, von dem ich hoffte, dass er David Cherry sei. Glücklicherweise war dies der Fall. Jane erklärte ihm unsere Mission, während er mein Buch signierte. Wir unterhielten uns eine Weile, dann dankte ich ihnen und sagte, dass ich nun Richtung zu Hause aufbrechen würde. Jane sagte, dass sie später mit C.J. in der Bar verabredet sei und dass ich mich ihnen anschließen solle. Als wir C.J. fanden, saß mit einem Fan an einem Tisch. Jane und ich setzten uns dazu, und für die nächsten drei Stunden stand ich nicht wieder auf. Das Highlight des Wochenendes und ich hätte es beinahe verpasst.

Wir hatten eine lange weitschweifige Konversation über viele verschiedene Themen, aber an was ich mich am meisten erinnere, waren die Antworten auf meine Fragen zu ihren Büchern. Ich befragte C.J. zu einem ihrer Zitate in [dem Fanzine] Shon'ai, dass das "lang erwartet Showdown zwischen Edger und Mallory" erwähnte. Ich fragte: "Nicht Mallory und Mazian?" Sie sagte, "Edger und Mallory waren sich schon seit langem nicht Grün." Sie erklärte weiter, dass Edger die treibende Kraft hinter Mazian war und Mallory meinte, dass er keinen so großen Einfluss auf hochrangige Flottenentscheidungen haben sollte.

Ich fragte wo Mazian sich versteckt und dachte er wäre in Alpha Centauri. C.J. sah mich mit einem kleinen Lächeln an und sagte: "Oh, er ist irgendwo in dieser Richtung." Ich sah ein, dass über Mazians Aufenthaltsort nicht mehr herauszubekommen sei, aber ich sagte ihr, dass ich dieses Buch gerne lesen würde.

Ich fragte sie, ob die Union Marine Psych Sets von Morgaines Vorfahren der Grund wären, dass sie weiter von Tor zu Tor zog. C.J. sagte: "Teilweise, aber man darf nicht vergessen, dass ihr Vater Qhal war."

Während wir uns über Psych Sets unterhielten, kamen wir auf Ariane Emory. Ich sagte, dass ich Aris Hand in der gesamten weiteren Union Zeitlinie sehen könnte. Wenn nicht Ari II, dann Ari III. C.J. zerstörte diese Annahme, in dem sie sagte, dass sie nicht glaubt, dass eine Ari III gibt.

Ich sagte, dass ich dachte, dass Ari II sich von dem Augenblick beweisen wollte, als sie sagte: "Sie hätten Maman nicht wegschicken müssen."

C.J. antwortet: "Ari könnte aufwachsen und verstehen, dass sie es tun mussten."

Ich versuchte dann meine Merovin/Sharrah-Theorie bei ihr unterzubringen. Ich behauptete, dass Merovin unter Ari II (oder Ari III) von der Union kolonisiert wurde, um ihre und Justins Langzeit-Psych Sets an einem planetarischen Genpool zu testen. Ich denke es gibt keine Sharrah, nur Tape-Erinnerungen, damit die Bevölkerung auf dem Planeten bleibt. Ich fragte dann: "Gibt es überhaupt Sharrah."

C.J. sagte: "Man sieht nie welche." Was ich als Beweis nahm wenigstens halbwegs richtig zu sein. C.J. fügte dann hinzu, dass am Ende der Merovin Serie all Fragen beantwortet sein sollten.

Wir unterhielten uns dann über Rimrunners, zu diesem Zeitpunkt C.J.s aktuelles Buch. Ich sagte ihr, dass die Unter-Deck Szenen mich an meine Zeit in Umkleideräumen erinnerten, nur dass ich niemals in einem gemischten Team war und ich mir nicht gerne vorstellen würde, wie die Frauen in diesen Umkleideräumen behandelt worden wären. Ich fragte C.J., ob sie einmal als Student oder Lehrer Football-Spieler von Nahem gesehen hat.

C.J. sagte, dass die unteren Decks sie an ihre Zeit in der Schulband erinnerten. Bei Busreisen hatten die Jungen und Mädchen sich enge Quartiere geteilt und sich sogar umgezogen mit nichts weiter als einer Decke zwischen ihnen.

Während wir uns über Morgaine und Vanye unterhielten, sagte ich, ich wartete darauf, dass sie durch ein Tor in eine High-Tech-Welt gelangen. C.J. sagte, sie würde dies Vanye nur ungern antun. Er gewöhnte sich gerade erst an Morgaines Waffenkenntnis. Er fängt außerdem gerade an zu erkennen, dass sie auf verschiedenen Welten sind und nicht nur in verschiedenen Ländern auf der selben Welt sind.

Dann lächelte C.J., sah mich an und sagte: "Ich frage mich, wer als erstes durch das Tor am Ende von Exile's Gate ging?"

Ich wagte nicht zu raten, Jane sagte, es wäre wohl eines der Pferde gewesen. C.J. wollte nicht sagen, ob sie dies ausgearbeitet hatte oder nicht.

Ich erwähnte Merchanter's Luck (Kauffahrers Glück, Anm.d.Ü) sei mir von ihren Büchern das Liebste und dass ich gerne sehen würde wie der Kreja Clan eine große Rolle in der Zukunft spielt. C.J. sah Jane an, dann zu mir und sagte: "Weist du, Sandor und Bet passen beinahe zusammen -- sie sind Zeitgenossen."

C.J. und Jane verfielen in eine Debatte und ich konnte sehen, dass diese Storyidee schon lange existiert und wie gründlich C.J. ihre Geschichten ausarbeitet. "Armer Sandor" schien ihre Schlussfolgerung für ein Treffen zwischen ihm und Bet zu sein, aber ich sagte ihnen, dass, meiner Meinung nach, Sandor sich aus jedem Problem herauswinden könnte.

C.J. schien niemals gelangweilt oder müde ob meiner Fragen, aber ich hatte alles gefragt und dachte es wäre Zeit zu gehen, so fragte ich sie als letztes: "Gibt es ein Buch über das wir nicht geredet haben?" Ich sah wie sie darüber nachdachte, als sie sagte: "Nun, die Faded Sun Bücher (Die sterbenden Sonnen, Anm.d,Ü)."

Ich erzählte ihr, dass, auch wenn viele sie als ihre Lieblingsbücher angeben, ich sie niemals wirklich mochte, aber ich befragte sie zu den verlassenen Sonnen auf dem Weg zur Mri Heimatwelt. C.J. erklärte, dass es nicht alles einzelne Zivilisation waren, sondern viel mehr ganze Sternhaufen, die mit jedem Arbeitgeber untergingen. sie sagte weiter, dass die Allianz die Hilfe der Union im Kampf gegen die Mri hätte annehmen sollen. Wenn sie die Hilfe der Union angenommen hätten, wäre der Krieg nicht so lang gewesen und Heaven wäre nicht verloren gegangen und hätte zurückerobert müssen. Ich wusste nicht was ich fragen sollte um mehr Details zu bekommen und deshalb sagte ich ihr, ich würde alle drei Bücher noch einmal lesen, wenn das Buch über Heaven erscheint. Sie lächelte nur.

C.J. war eingeladen worden mit einigen Folksängern zu singen, daher kam ich mit und hörte für eine Weile zu. Alle Sänger waren sehr gut. I war wieder einmal beeindruckt, welche ein Multi-Talent C.J. ist. Es war spät geworden und ich machte mich auf den Heimweg.

Ich hatte eine gute Zeit bei dieser Convention und eine tolle Zeit beim Reden mit C.J. Ihre Antworten gaben Hinweise auf noch nicht publizierte Bücher, die sie schon im Kopf ausgearbeitet haben muss. Keiner ihrer Kommentare schien als ob er in diesem Moment erst erdacht worden war. Sie sind zu konsistent mit ihren Büchern und anderen Kommentaren. Das einzige Problem ist die richtigen Fragen zu stellen, damit sie anfängt zu erzählen.

Bild: "Who Gave You the Gun, Nadi?" © CKTC
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